Tage 18-20 // Surfer Boys and the Java Strategy

Tag 18 / 11. Juni 2026

Auch am heutigen Morgen treffen wir uns diszipliniert um 6:00 Uhr los. Abfahrt um 6:40 Uhr. Die erste richtige Pause mache wir zwei hübschen wieder in einem Indomarket. Es gibt hier in Indonesien keine 7 eleven wie in Thailand oder Malaysia. Das Pendant hier ist entweder der Indomarket oder der Alfa Mart. Unser Frühstück besteht aus kaltem Nescafe Macciato aus der Dose, Mandeln und sagen wir mal gewöhnungsbedürftige Fertigbrötchen im Stil von billigen Milchbrötchen. Philip bevorzugt herzhaft mit Käse, Claudius mit Schokolade. Claudius hätte an diesem Morgen allerdings am liebsten ein warmes Frühstück. Die „frischen“ Eier im Regal schauen ihn magisch an, er schaut zurück, und die Sache ist eigentlich klar. Er wendet sich also hoffnungsvoll an eine Frau im Laden in der Annahme, dass die vielleicht um die Ecke wohnt und sich erbarmt: „very good but no cooking.“ Die Dame erzählt es, oder was auch immer sie verstanden hat, zwei weiteren Frauen, Claudius fragt noch einmal an der Kasse nach, ob hier irgendwo eine Küche existiert. Philip ist kurz davor durchzudrehen. Das hat eine gewisse Manie entwickelt das mit den Eiern. Das einzige, was die Situation retten könnte, wäre ein oder mehr Bier. Das gibt es hier aber nicht. Also überlegt Philip ernsthaft, sich eine kleine situative Demenz zuzulegen.

Zum Abschluss besucht Claudius, wie üblich, noch kurzer Hand die Toiletten. Es bestätigt wieder die ortsübliche Gebrauchsanweisung, die wir erstmals in Nepal gesehen haben und die sich seitdem regelmäßig unregelmäßig wiederholt.

Dann geht es weiter der Küstenstraße Richtung Süden entlang. Das Meer zeigt sich dabei von zwei Seiten: Erst aufgewühlt und braun, dann grau und irgendwann – fast wie zur Belohnung – strahlend blau. Die Wellen sind gewaltig. Aus der Ferne geschätzt türmen sich Wellenberge 5-8m auf – eine Brandung, die gleichzeitig tödlich und tödlich schön ist. Vielleicht waren es auch nur 3-4 Meter Wellen… aber sie waren auf jeden Fall beeindruckend.

Obwohl die Küste die ganze Zeit zum greifen nah ist, hat man kaum das Gefühl, am Meer zu fahren. Die Straße schlängelt sich durch bewaldete Hügel, hoch und runter, links und rechts – Achterbahn auf Asphalt. Auf einer Kuppe fahren wir plötzlich mitten durch eine große Gruppe Affen. Anhalten? Fotos machen? Keiner kommt auf die Idee. Wie blöd.

Das Mittagessen gibt es kurz vor dem Ziel in einem kleinen Supermarkt. Claudius lässt sich von einem verheißungsvollen Namen zu einem Experiment verleiten: Eine Fünf-Minuten-Terrine namens „Pop mie“. Vor dem Genuss hat der liebe Gott hier allerdings noch den Modellbau gestellt.

Die Laune ist großartig und der Fahrtag auch wieder super. Bei Philip kann man das immer ganz klar am Fahrstil ablesen. Wenn er innerhalb einer geschlossenen Ortschaft plötzlich mit deutlich über 80 KMH von zweiter Position nach vorne ballert und dabei sagt, er hätte die Kurtisanen verloren kurzfristig, dann geht es ihm viel zu gut! Vielleicht sagt er auch, er hätte die Contenance verloren – im Headset ist das manchmal schwierig zu verstehen….. er findet unter 80 KMH in geschlossenen Ortschaften nur albern.

Und auch sonst nimmt sich Philip ziemlich viel heraus. Wir halten nämlich seit geraumer Zeit an diversen Geldautomaten, die aber alle unsere Karten nicht akzeptieren. Heute hat Claudius mal Glück und kommt stolz mit 5 Millionen Rupien wieder und die Hälfte davon NIMMT sich Philip RAUS… der absolute Brüller dieses Wortspiel! Wir haben im Nachgang herausgefunden, warum es manchmal nicht geht. Manche Automaten haben ein Transaktionslimit von 1Mio. Rupien. Unsere DKB-Karten haben aber eine Mindestabhebesumme von 50 Euro. 1. Mio. sind aber nur 47 Euro…Das ist mal ein Dilemma 😉

Nach nur etwas über 200 km am heutigen Tage haben wir uns ein Surfer-Hotel direkt am Strand reserviert. Als wir schon um 12:00 Uhr eintreffen, kommen uns gleich gut gebräunte unter 30-jährige mit ihren Boards entgegen. Mit unseren weißen Beinen und ohne Sixpack passen wir so garnicht hierher. Dennoch fühlen wir uns spontan wohl und bekommen seit Tagen auch das erste Bier. Die älteren Herren können damit aber garnicht mehr richtig umgehen und sind schon um 14:00 Uhr und trotz Mittagessen, aber natürlich mit einem weiteren Gerstensaft in den Adern so „bedient“, dass sie erstmal für 2,5 Stunden Mittagsschlaf machen müssen. Oder war es doch der anstrengende Fahrtag?

Im Anschluss haben wir verabredet, diesen Bericht gemeinsam fertig zu stellen. Und das sieht so aus: Philip sitzt in seinem winzigen Zimmer im Erdgeschoss mit Doppelstockbett, dafür aber mit Gemeinschaftsbad und Claudius trohnt in einem Zimmer mit Balkon und Meerblick (und natürlich mit eigenem Bad/WC). Leider gab es nur noch eines davon und wir haben gelost. Typisch deutsch mit einem Euro. Es war ein Euro aus Spanien und auf der einen Seite war das Konterfei von Juan Carlos und auf der anderen die Zahl. Philip wählte die Null ….. Alf in der uns allen so bekannten Tonart würde ausrufen ausrufen: „ha ha ha“ …. Noch so ein 2. Brüller!!!!“ Wir wollten dreimal die Münze werfen. Claudius gewann.

Das Abendessen nahmen wir wieder am Strand ein, wo wir auch schon Mittagessen hatten. Claudius Chicken mit Reis, Philip Chicken mit Pommes.
Zum Abschluss des Tages machen wir noch einen kleinen Spaziergang vorbei an diversen Surfer-Camps. Alles so im Hostel-Style für junge Leute in den 20ern.

Tag 19 / 12. Juni 2026

Wir haben ja nicht „Los Wochos“ sondern „Los Disziplinos“. Also haben wir auch heute Morgen schon fast traditionell uns um 6:00 Uhr zu einem „Frühstück“ verabredet. In Ermangelung von Sitzgelegenheiten sitzen wir bei Claudius auf dem Bett. Philip fällt dabei das Lied von Peter Alexander ein: „Ein Frühstück im Bett“ – und spielt es gleich einmal auf dem Handy an. Nach einer kurzen philosophischen Unterhaltung über Showmaster aus den 60er und 70er Jahren, Peter Alexander, Harald Juhnke und Hans-Joachim Kulenkampff besteigen wir die Motorräder und kehren dem Surfercamp den Rücken.

Das Fahren heute bringt leider nur am Anfang Spaß. Dann verwandeln sich die Verkehrsverhältnisse in Stau, mehr Staub und Abgase. Ein Auto fährt hinter dem nächsten und das auf nur erdenklich bescheuerte Art und Weise, wir überholen hunderte von Fahrzeugen. Echt anstrengend! Also brauchen wir einen Ausgleich und beschließen nach einem Tankstopp bei KFC zu essen. Da wir aber solche Tempel der westlichen Zivilisation nur in größeren Städten finden, deren Namen wir uns aber blöderweise nicht so gut merken können, sprechen wir davon, dass wir in der „großen Stadt“ dies und das machen.

Bis zu unserem Hotel an der Südspitze von Sumatra waren es dann noch mehr als eine Stunde durch den quälenden Verkehr. Als Belohnung für diese Anstrengung am Tag war unser Hotel wirklich ….. Oberscheiße! Die Devise hier lautet: Schwach anfangen und stark nachlassen. Das Ganze wirkt wie ein Lost Place aus dem Sozialismus. Wir haben Angst vor dem Essen! Philip ist fast geplatzt, weil wir unsere Motorräder vorne an der Rezeption entladen haben, dann circa 150 m zu unserem angewiesenen Parkplatz gefahren sind. Dann mussten wir unsere schweren Taschen von der Rezeption an unseren Motorrädern vorbei (hä??) noch locker 100 m zu den Bungalows Nummer 70 und 71 schleppen. Warum konnten wir bitte nicht die ersten beiden bekommen?? Das WLAN bricht dauernd weg und wir sind im Übrigen in dieser riesigen Anlage die einzigen beiden Gäste. Als Claudius in sein Bad kommt, verdunkelt sich die Luft wegen der vielen Moskitos. Also schnell rein, Tür zuknallen, Dusche auf volle Pulle – und dann wird ein Massaker verübt. Und lasst es uns so sagen: Moskitos können nicht so richtig gut schwimmen.

Auch das Abendessen ist eine Katastrophe. Es gibt keine Cola oder Fanta, kein Bier, das Wasser muss erst geholt werden und ist dann auch warm. Es gibt wieder Hühnchen mit Reis. Aber selten haben wir so wenig Hühnchen gehabt, eigentlich waren es nur zwei Mini-Flügel. Während Claudius sich wie gewohnt von der Chilisauce ordentlich was einverleiben will, fragt er Philip, der schon probiert hatte, ob sie scharf sei. Philip sagte nicht so. Als Claudius dann das Zeug im Mund hatte und Erstickungsanfälle bekam, sagte Philip: „Nicht scharf, sondern SEHR scharf!“ Vielen Dank.

Dann klingelte das Telefon – Holger rief an. Aber kurz zurück: Wir haben das ja noch garnicht richtig berichtet, nur kurz angedeutet. Java stellt für uns eine Gewissensfrage dar. Wir haben heute bereits eines in aller Deutlichkeit kennengelernt: Die Verkehrsverhältnisse sind so, dass man zwar fährt, aber nur mühsam vorankommt. Wenig Tagesstrecke, viel Verkehr, und Zeit ist bei uns ja bekanntlich immer so eine Sache – allemal, da wir am Anfang davon leider welche eingebüßt haben. Die Idee lag also nahe: Wie wäre es, wenn wir die Motorräder von Jakarta nach Surabaya transportieren lassen? Knapp 1.000 km weniger auf dem Tacho und deutlich mehr Nerven auf der Habenseite. Auf die Autobahn dürfen wir mit unseren Maschinen nämlich nicht. Dort würden wir die Strecke fast an einem Tag abreißen. Aber das ist nun mal nicht erlaubt und eine weitere Woche auf dem Tank liegen wollten wir auch nicht.

Holger hatte neulich dazu bereits eine gute Lösung parat: Die Motorräder können per Bahn transportiert werden. Wir fahren also direkt nach Jakarta und wollen von dort gemeinsam mit unseren Motorrädern per Zug nach Surabaya rollen – oder zumindest rollen lassen. Das mit der Bahn ist aber noch nicht final sicher. Tickets sind nicht klar, und auch wie die Motorräder auf den Zug kommen, ist nicht final geklärt. Das wollen wir dann vor Ort machen.

Holger hatte noch eine Meldung für uns: Wenn wir morgen nach Jakarta reinfahren, sollen wir etwas vorsichtig sein, weil heute und wohl auch morgen eine Demonstration wegen sozialer und wirtschaftlicher Mißstände von jungen Leuten angemeldet ist. Die meisten sind wohl friedlich, aber wie bei jeder Demonstration gibt es auch Chaoten und Steinewerfer. In diesem Falle hat er uns allen Ernstes vor der Demonstration gewarnt, dass dort Cobras (ja, die Schlangen) in die Menge geschmissen werden könnten. Nun gut … ob das wirklich stimmt … Auf jeden Fall ist für uns beide schon um 19:00 Uhr klar, dass heute Abend an diesem Ort Lost Place ein frühes Zubettgehen kein Fehler ist.

Wir entscheiden uns nach dem Essen aber noch für eine „Gute-Nacht-Zigarre“ auf der Terrasse über der (ebenso abgerockten) Pool-Landschaft. Bei genauem hinsehen fällt uns auf, dass die gesamte Terrasse gerissen ist und auch die Stützmauer davor. Der deutsche Statiker würde sicherlich diesen Bereich sofort wegen akuter Abrutschgefahr sperren lassen. Aber wir denken uns, dass die Terrasse heute noch eine Ausnahme macht und rauchen in Ruhe weiter. Diverse Hotelangestellte und Kinder der Angestellten kommen vorbei und machen Fotos mit uns. Bedienen müssen die ja keine anderen Gäste – die sind ja alle (beide) hier.

Dann erreicht uns eine weitere WhatsApp von Holger: Es sieht definitiv nicht so aus, dass wir gemeinsam mit den Motorrädern in einem Zug reisen können. Wir müssen getrennte Züge nehmen. In jedem Falle buchen wir jetzt als erstes ein Hotel direkt am Bahnhof, um morgen und übermorgen vor Ort alles klären zu können. Mit anderen Worten: Jetzt ist wieder alles offen! Denn der Güterzug mit dem man Motorräder verschicken darf, fährt nicht jeden Tag und die Prozedur ist wohl etwas aufwändiger. Wir sind aber guter Dinge, auch diese logistische Tat zu vollbringen.

Tag 20 / 13. Juni 2026

Es ist 5:45 Uhr und Fledermäuse jagen die Insekten, die sich um die Laterne vor Claudius‘ Fenster tummeln … und dann setzt auch noch etwas Regen ein. Das ist nicht gut für die Jagd der Fledermäuse und so gar nicht gut für die Jagd nach Kilometern. Mal abwarten, wir wollen ja auch erst in 20 Minuten eigentlich starten und so weit ist es zur Fähre ja nicht. Aber Petrus ist heute gnädig mit uns! Ein Gewitter mit Starkregen und Blitzen wie in der Nacht hat er nicht vom Himmel geschickt. Nach 10 Minuten ist der Regen auch schon wieder vorbei und wir nach ca. 15 km erreichen wir den Fährhafen. Hätten wir doch bloß schon vorher an einem kleinen Supermarkt angehalten und die Tickets gekauft, so wie es in den Berichten im Internet über die Fähre auch zu lesen war. Lag es daran, dass Claudius zu doof war, oder dass Philip nicht laut genug widersprochen hatte? Auf jeden Fall mussten wir nochmal umdrehen und landeten dabei ungewollt auf einer Mautstraße, die ja für Motorräder nicht erlaubt ist. Wie zu Hause ballern wir ca. 3 km über die völlig freie Autobahn bis zu der Stelle, an der die erste Mautstation kommt. Keine 60 Sekunden dauert es und uns entdeckt die Straßenwacht und winkt uns mit fünf Mann von der Straße zum Parkplatz. Philip konnte jedoch in fließendem Indonesisch unser Dilemma erklären und die Freundschaft wiederherstellen. Ein junger Beamter schwang sich auf seinen Motorroller und brachte uns wieder auf den rechten Weg. Hier konnten wir dann auch erfolgreich die Fährtickets kaufen.

An der Fähre angekommen, fahren wir von hinten an eine Gruppe von bestimmt 30–40 Motorrädern, die gerade für ein „Familienfoto“ posieren. Einige lokale Motorradclubs machen offensichtlich eine gemeinsame Ausfahrt. Claudius, ausnahmsweise mal nicht scheu und zurückhaltend, drückt sofort ununterbrochen auf die Hupe, um Aufmerksamkeit zu generieren, und fuchtelt freundschaftlich wie verrückt mit den Armen über den Kopf. Aufmerksamkeit ist da! Dann sprintet er vor die ganzen Kollegen und kniet sich für das Familienfoto davor. Aber auch die anderen haben einen „Claudius“ in der Truppe, der sich für nichts schämt, und er macht dasselbe! Beweisfoto:

Dann tauschen wir erst mal mit den Jungs Aufkleber. So viele Aufkleber haben wir schon lange nicht mehr verteilt und im Gegenzug locker Aufkleber von zehn verschiedenen Motorradclubs erhalten. Wir sind halt Kameraden der Landstraße! Zum Schluss klatschen wir uns alle ab und geben uns einen Hug. Jetzt aber schnell rauf auf die Fähre.

Die Tickets für uns und die Motorräder haben zusammen 300.000 Rupien gekostet, also etwa 14 €. Auf den Sitzplätzen lagen verschiedentliche alte Tickets. Da haben wir uns gleich erstmal welche geschnappt. Aber als die Kassiererin dann kam, hat sie natürlich gleich den Betrug erkannt und wir haben reumütig bezahlt: Etwa 1,50 € zusammen. Deutschland geht es nicht gut, man muss den Gürtel enger schnallen – es zumindest versuchen!

Nach 2 Stunden Überfahrt erreichen wir ohne nennenswerte Vorkommnisse unseren Zielhafen auf Java. Wir stürzen uns in den Verkehr. Anfänglich ist er noch erträglich, aber sehr bald bricht die Hölle los. Google Maps prognostiziert für 120 km mehr als 3,5 Stunden. Und dann kommt die Lernkurve: Plötzlich erschließt sich etwas mehr der indonesische Verkehr. Heute fällt alles viel leichter. Bis gestern war das im Verkehr alles ein Kampf gegen die anderen Teilnehmer auf der Straße. Aber wie von Geisterhand haben wir plötzlich die richtige Technik. Mit dem Verkehr mitschwimmen und immer wenn sich eine Chance bietet, moderat beschleunigen, den Freiraum erschließen und weitergleiten. Wenn man die Fahrtrichtung ändern möchte, muss man langsam einfach in die Richtung ziehen, um dem Hintermann die Chance zu geben, eine Karambolage zu verhindern. Und das macht man dann auch so als Hintermann. Es ist ein sehr „vergebender“ Verkehr. Diese Formulierung kommt von dem Australier Glenn. Und plötzlich ist alles nicht mehr so stressig! Obwohl es eigentlich die Hölle ist. Wir machen uns Gedanken, ob wir bei der Luft hier auf den Straßen auch eine Stange Zigaretten hätten rauchen können …

Wir machen regelmäßig kurze Pausen, um den Kopf mal wieder frei zu bekommen, etwas zu trinken und auch den Motorrädern mal etwas Abkühlung zu gönnen. Die luftgekühlten Motoren finden Stadtverkehr bei 35 Grad Außentemperatur nicht sooo super. Diese Pausen, so wie auch jede freie Minute an diesem Tag, verbringt Claudius damit, ein Transportunternehmen nach dem anderen per WhatsApp anzuschreiben. Langsam trudeln die ersten Antworten und Angebote ein. Wir wollen, anstatt mit dem Zug die Motorräder zu transportieren, sie auf einen LKW verladen und nach Surabaya senden. Wir würden dann den Zug oder ein Flugzeug nehmen. Es sieht aber mittlerweile sehr gut aus, wir haben einen Favoriten – der wird es wohl werden.

Nachdem wir nach gefühlt 120 km Stadtverkehr (73 km davon in 4 h) unser Hotel erreicht haben, duschen wir kurz und kümmern uns dann weiter um die Logistik mit den Motorrädern, was dann final auch mit einem Deal (kann nicht nur Trump – wir auch!) endet. Die Motorräder werden am Montag verladen und sollen am Dienstag in Surabaya im Osten der Insel Java sein.

Dann gehen wir in dem neben uns liegenden Einkaufszentrum ein Steak essen. Nach langer Zeit mal wieder westliche Kost. Wir beide „verschlingen“ unsere Teller mit großem Genuss und Appetit.

Parallel zum Essen und anschließend auch in der Hotelbar, in der wir uns noch eine Zigarre gönnen, arbeiten wir uns in das Thema Jakarta etwas ein. Jakarta versinkt ja so allmählich im Erdboden, weil ganz viele illegale Brunnen das Grundwasser absenken. Die Tragfähigkeit des Bodens schwindet Die Stadt mit 40 Mio. Menschen im Großraum geht quasi unter und deshalb wird auf Borneo schon eine neue Hauptstadt gebaut. Der Regierungsumzug ist bereits seit 2024 im Gange. Der Gedanke ist schon recht surreal, aber die ganze Geschichte ist wahr. Jakarta ist in den letzten 20 Jahren im Norden um mehr als 4m abgesunken. Prognosen sagen, dass 2050 bereits wesentliche Teile im Norden Jakartas überflutet sein könnten. Die Klimaerwärmung und der ansteigende Meeresspiegel sind da auch keine Hilfe.

Claudius fragt den Barkeeper noch, welchen Ort er denn seinen Gästen in Jakarta zeigen würde, der nicht so touristisch ist. Voller Freude antwortete er: „Die Stube“ – ein deutsches Restaurant. Er hat uns wohl nicht ganz verstanden. 🙂

Wir freuen uns nun nach all den anstrengenden Fahrtagen auf die Fahrpause, morgiges Ausschlafen und ein gutes Frühstück …

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Armin

    Die glückseligen Blicke wenn ein Bierchen vor euch steht sind unbezahlbar

  2. Feli

    Macht Spaß, mitzulesen! 😁
    Gute Fahrt und jede Menge Spaß euch weiterhin.
    LG!

  3. Alexandra

    Krass, was ihr da gerade mal wieder, bezüglich der Logistik eurer Motorräder usw., leistet! Respekt!! Viel Erfolg weiterhin!
    Ähm…denkt ihr es wäre möglich, mir dieses Toiletten-Schild abzubauen und als Souvenir mitzubringen? 😁

  4. Anton

    Wow, das klingt ziemlich nach einem Abenteuer und fast schon wie auf einem anderer Planeten -:) Es scheint zudem ziemlich voll dort zu sein und die Küche eher bescheiden. Aber Ihr macht wie immer das beste draus!
    Ich drücke Euch die Daumen, dass es bald wieder etwas entspannter wird und vor allem wünsche ich Euch eine bessere Küche und mehr Bier 🍺

  5. Christoph Hess

    Ihr habt nun wirklich Eure HH Komfortzone verlassen.
    Man muss schon ein wenig verrückt sein – wie Ihr es wohl in Ansätzen seid -, um eine solche Reise auf sich zu nehmen.
    Ihr werdet als geläuterte Menschen – voller Weisheit und Demut – nach HH zu Euren Familien zurückkehren; wann auch immer dies sein wird.

    Eines ist sicher: Ihr lernt viel für Euer Leben. Ihr lernt Euch selbst kennen; denn das ist in Krisensituationen besonders gut möglich – und auf Eurer Reise geht es fast immer krisenhaft zu; gefühlt befindet Ihr Euch in einem krisenhaften Dauerzustand.

    Reist gut weiter.
    Kommt „heile“ wieder.
    Eure Familien und Eure Freunde brauchen Euch (noch).

  6. Addi

    Da „pop me“ doch jemand ’ne fliegende Cobra! (altes indonesisches Sprichwort)) Das wird ja immer schlimmer mit Philip, nun verliert er schon innerorts die Kurtisanen! … Jungs!

    Viel Spaß noch!😉❤️

  7. Peter

    …. schreibt bloß eines Tages ein Buch oder haltet zumindest Vorträge über diese tollen Erlebnisse!!!

  8. Mike

    Hallo
    woow, echt cool, hab euch erst heute enddeckt..

    ich habe vorigen Herbst eine Tour von JKT – über alle Inseln dazwischen – bis nach Sumba gemacht.
    Gerne kann ich Destinationen Tips geben

    Hati Hati !!

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